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Beste Schreibtools um komplexe Themen einfach zu erklären für B2B Texter

B2B-Texterin analysiert ein Fachtext-Whitepaper mit einem Schreibtool zur Verständlichkeitsprüfung

Meine Bildschirmhelligkeit steht auf hundert Prozent, weil ich sonst die roten Unterstreichungen von Wortliga auf einem SaaS-Whitepaper kaum auseinanderhalte. Für B2B-Copywriting reicht eine normale Rechtschreibprüfung nicht, das war mir schon länger klar, aber wie wenig sie wirklich bringt, habe ich erst richtig gemerkt, als ich anfing, komplexe Themen für Tech-Kunden zu erklären, statt nur Kommas zu jagen. Textoptimierung bedeutet in diesem Bereich vor allem eins: verstehen, warum ein Satz schwer zu lesen ist, nicht nur, dass er es ist. Schreibtools, die mir genau das zeigen, sind für mich inzwischen so etwas wie ein zweites Augenpaar, das die Verständlichkeit eines Absatzes mitliest, während meins vor lauter Fachbegriffen müde wird.

Bevor ich bei Wortliga gelandet bin, habe ich jahrelang gedacht, die Rechtschreibkorrektur in Google Docs würde reichen. Ich habe ganze Kundentexte komplett durchlaufen lassen, überall grüne Häkchen, und trotzdem hat mich eine Kundin auf einen Fehler hingewiesen, den das Tool nie markiert hatte. Eine reine Grammatikprüfung hat eben ihre eigenen Grenzen, vor allem wenn es nicht um Rechtschreibung, sondern um Verständlichkeit geht – ein Unterschied, der mir erst bei technischen Texten richtig aufgefallen ist.

Der Nominalstil als Lieblingsversteck für Unsicherheit

In der B2B-Welt hält sich hartnäckig die Idee, dass komplizierte Sachverhalte auch kompliziert klingen müssen. Dabei haben die meisten Entscheider kaum zwei Minuten, um einen Fachartikel zu scannen, bevor sie weiterklicken oder eben nicht. Der Nominalstil ist dabei mein größter Gegner: diese deutsche Neigung, alles in Substantive zu packen, bis der Satz keine Luft mehr bekommt. Wenn ich selbst unsicher bin, ob ich ein Thema wirklich durchdrungen habe, merke ich es genau daran: Ich schreibe automatisch akademischer, fast wie ein Schutzschild. Je nach Textsorte verschieben sich die Anforderungen an so einen Satz ohnehin wieder, aber das würde hier zu weit führen.

Bildschirmausschnitt einer Textanalyse-Software mit rot markierten Nominalstil- und Passivkonstruktionen in einem B2B-Text

Wie wird ein Schreibtool zum Diagnose-Werkzeug statt zum Autopiloten?

Wortliga zeigt mir bei jedem Absatz, wo Passivkonstruktionen und Nominalstil zu dicht werden, und genau das nutze ich als Ausgangspunkt, nicht als Endergebnis. Das Modell dahinter, das Hamburger Verständlichkeitskonzept, kenne ich noch aus dem Studium, mehr als eine Faustregel brauche ich beim Schreiben aber nicht davon. Wie verständlich ein Satz tatsächlich ist, zeigt mir das Tool schneller, als ich es allein einschätzen könnte. Der Lesbarkeits-Score, der dabei angezeigt wird, ist für mich eher ein Kompass als eine Zielmarke; bei einem technischen Whitepaper wäre ein perfekter Wert sowieso unrealistisch und auch gar nicht das Ziel.

Meine Faustregel inzwischen, die sich auch auf deine eigenen Texte übertragen lässt: Wenn du einen Satz laut vorlesen kannst, ohne nach Luft zu schnappen, bleibt er stehen, so wie er ist. Stockst du dabei, geht er zurück in die Überarbeitung, egal wie fachlich korrekt er klingt. Ein Fachbegriff darf bleiben, wenn er wirklich nötig ist, aber dann muss der Satz drumherum umso schlanker werden. Bei einem 2.000-Wörter-Guide über Cloud-Architektur macht genau das den Unterschied zwischen Kopfschmerzen und Erkenntnisgewinn beim Leser.

KI-Vereinfachungstools machen Experten schnell inkompetent

Viele Kolleginnen greifen inzwischen zu KI-Tools, die einen Text per Klick "einfacher" machen sollen. Getestet habe ich das auch, und das Ergebnis war meistens ernüchternd: Die Tools glätten Sätze so stark, dass die fachliche Tiefe komplett verschwindet. Im B2B-Bereich kippt das schnell von nahbar in unseriös, weil Fachpublikum genau merkt, wenn ein Thema auf Kinderbuch-Niveau heruntergebrochen wurde. Bei Verkaufstexten und Landingpages gelten dafür nochmal andere Regeln als bei technischer Dokumentation, das ist aber eher ein Thema für sich.

Welche Kriterien bei der Wahl eines Schreibtools ganz allgemein zählen, ist wieder eine andere Frage, die andere ausführlicher beantwortet haben als ich hier vorhabe. Für mich persönlich zählt vor allem, ob ein Tool mir erklärt, warum etwas schwer verständlich ist, so wie ich früher jeden zweiten Satz im Duden Band 9 nachgeschlagen habe, nur um mir selbst zu bestätigen, dass ich es richtig gemacht habe. Der Konjunktiv, mein altes Angstthema, spielt dabei nur noch am Rand mit, die eigentliche Herausforderung bei einem Whitepaper liegt woanders.

Ausgedrucktes B2B-Whitepaper mit handschriftlichen Korrekturmarkierungen und einem Kaffeefleck auf dem Schreibtisch

Datenschutz, Deadlines und der Blick über den Küchentisch

Mein Schreibtisch ist offiziell ein Küchentisch in einer Altbauwohnung in Nippes, Laminatoberfläche, das große Fenster zum Innenhof, daneben ein reichlich abgegriffener Duden und ein Synonymwörterbuch, das ich öfter aufschlage, als mir lieb ist. Nach einer langen Tippsession an einem komplizierten Absatz spüre ich noch die kühle Kante der Tischplatte unter den Handgelenken, wenn ich kurz die Augen schließe. Ein separates Büro gibt es bei mir nicht, Küche, Esszimmer und Arbeitsplatz teilen sich denselben Raum, und zwischen zwei Unterbrechungen durch das Kleinkind bleibt sowieso nicht viel Zeit für lange Grübelpausen.

Bevor ich einen kompletten Kundentext in ein Online-Tool kopiere, überlege ich inzwischen kurz, was davon eigentlich nach draußen darf, gerade bei Kunden aus regulierten Branchen. Bei Absätzen, bei denen ich mir unsicher bin, schicke ich sie an Bettina, eine befreundete Texterin, die mir ungefragt sagt, wenn sich ein Satz anhört, als wäre er aus einem Formular kopiert. Manchmal lesen wir uns gegenseitig Absätze vor, während wir eine Runde durch den Rheinpark drehen und kurz rauskommen aus dem Text. Ihr Urteil ist ehrlicher als jedes Tool, auch wenn kein Algorithmus dahintersteckt.

Seit acht Jahren arbeite ich als Freelance-Texterin, und ob sich ein teurer Onlinekurs für die eigene Textqualität überhaupt auszahlt, ist eine Rechnung, die andere an anderer Stelle ausführlicher aufgemacht haben. Ob ein Kurs oder ein Tool der bessere erste Schritt ist, hängt ohnehin vom eigenen Ausgangspunkt ab, das ist wieder eine andere Frage. Neulich, beim Querlesen eines Kundenbriefings, ist mir aufgefallen, dass ich die passende Genusform inzwischen einfach mitschreibe, ohne zwischendurch den Duden zu wechseln. Solche kleinen Verschiebungen fallen einem nur auf, wenn man ganz genau hinschaut.

Klarheit schlägt Fachjargon, auch im B2B

Margit, eine Stammkundin, für die ich vor allem Coaching-Texte schreibe, hätte mit einem Schachtelsatz aus 45 Wörtern übrigens nie ein Problem, bei ihr zählt der Ton mehr als die fachliche Tiefe. Gerade weil sie meinen ersten Entwurf fast immer lobt und danach doch noch drei Änderungswünsche nachschickt, weiß ich: Klare Sprache ist auch bei ihr Verhandlungssache, nur nach anderen Regeln als bei einem SaaS-Whitepaper. Für Kunden, die sehr spezifische Formate brauchen, schaue ich oft in meine alten Notizen, dazu habe ich in einem anderen Artikel über Schreibtools für professionelle Case Studies und Whitepapers für B2B Texter schon einiges festgehalten. Wer außerdem Kursskripte schreibt, findet in meinem Beitrag über Beste Schreibtools für Skripte von Online Kursen und Webinaren für Texter ein paar zusätzliche Notizen dazu, wie man dort den richtigen Ton trifft.

Hände tippen auf einer Tastatur neben einem Stapel Nachschlagewerke für deutsche Grammatik und Rechtschreibung

Am Ende geht es im B2B fast immer um Vertrauen, und Vertrauen entsteht durch Klarheit, nicht durch aufgeblasene Sätze oder hohle Fachbegriffe. Ein gutes Diagnose-Tool ersetzt dabei kein eigenes Urteilsvermögen, es schärft nur den Blick dafür, wo ein Satz noch zu viel verlangt. Wenn du regelmäßig für technische oder erklärungsbedürftige Themen schreibst, kommst du um so ein Werkzeug auf Dauer kaum herum, allein schon, weil das eigene Ohr nach Stunden vor dem Bildschirm nicht mehr zuverlässig ist. Am Küchentisch in Nippes bleibt es trotzdem Handwerk: prüfen, kürzen, laut lesen, und erst dann abschicken.

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