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Lesbarkeit von Texten prüfen: Die besten Tools für empathische Coaching-Inhalte

Lesbarkeit von Texten prüfen für empathische Coaching-Inhalte, Küchentisch-Notizen einer Kölner Copywriterin zur Textqualität

Macht ein niedriger Lesbarkeitsindex deinen nächsten Coaching-Text eigentlich automatisch besser? Ich stelle mir diese Frage jedes Mal, wenn ich eine Salespage für eine Therapeutin durch ein Analyse-Tool laufen lasse und der Score von Rot auf Grün springt — während sich der gekürzte Text beim lauten Vorlesen plötzlich abgehackt anfühlt, fast wie eine Bedienungsanleitung. Bevor der Rest des Textes diese Frage beantwortet: Hier stecken Affiliate-Links drin. Kaufst du über einen davon etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für dich — empfohlen wird nur, was bei mir am Küchentisch tatsächlich etwas an der Textqualität verändert hat, nicht jedes Schreib-Coaching-Tool, das mir in die Timeline gespült wird.

Kunstgeschichte habe ich studiert, nicht Germanistik — zur freien Texterin wurde ich eher aus Versehen, nachdem ich 2018 die katastrophale 'Über uns'-Seite eines Bekannten überarbeitet habe. Seit acht Jahren schreibe ich jetzt Website-Texte, Blogartikel und Newsletter für Coaches, Therapeutinnen und kleine Online-Shops in der DACH-Region. Mein Büro ist bis heute der Esstisch im Nippeser Altbau, in dem ich wohne: Laminat unter dem Laptop, ein externes Keyboard, daneben ein abgegriffener Duden und ein Synonymwörterbuch mit mehr Eselsohren als intakten Seiten. Küche, Esszimmer und Schreibtisch teilen sich denselben Raum, das große Altbaufenster geht auf den Innenhof, und rundum am Bildschirmrand kleben Notizzettel mit angerissenen Sätzen, die ich nie zu Ende gedacht habe.

Der Mythos vom perfekten Lesbarkeits-Score

Der Mythos hält sich hartnäckig in der Copywriting-Szene: Je niedriger der Lesbarkeitsindex, desto besser der Text. Der Wert zählt im Kern lange Wörter und lange Sätze, kurz, einfach, fertig ist angeblich die verständliche Coaching-Seite. Für eine Bedienungsanleitung mag das stimmen. Für einen Text, der eine Trauerbegleiterin oder einen Business-Coach empathisch klingen lassen soll, stimmt es fast nie.

Radikal kurze Sätze zerstören bei Coaching-Inhalten oft genau das, was Vertrauen aufbaut: den Rhythmus. Wenn jeder Satz nach fünf Wörtern abbricht, klingt selbst der einfühlsamste Text wie eine Checkliste, nicht wie ein Mensch, der zuhört. Genau da liegt der Denkfehler hinter dem Mythos. Lesbarkeit wird mit Kürze verwechselt, dabei sind das zwei getrennte Baustellen.

Mein Freund Lars, der als Fotograf ebenfalls solo unterwegs ist, schreibt seine Bildunterschriften grundsätzlich selbst und versteht bis heute nicht, warum ich mich mit sowas wochenlang herumschlage. Vielleicht hat er recht, dass es nicht kompliziert sein müsste. Trotzdem lese ich seit Jahren Sätze laut vor, bevor sie an Kunden rausgehen, weil die reine Silbenzahl nichts über den Klang eines Satzes aussagt.

Was ein Analyse-Tool sieht — und was es nicht sieht

Als ersten groben Check nutze ich seit Jahren die WORTLIGA Textanalyse — zwölf Jahre ist das Tool inzwischen am Markt, sofort einsetzbar, ohne dass ich mich durch ein Studium klicken muss. Es zeigt mir zuverlässig, wo ein Satz zu lang geworden ist oder wo ich zum vierten Mal hintereinander ins Passiv gerutscht bin.

Lesbarkeitsindex-Check eines Coaching-Textes am Laptop, Copywriting-Tools im Praxistest für bessere Textqualität

Ein Tool allein macht dich aber nicht automatisch zur besseren Schreiberin. Es zeigt dir, dass ein Satz sperrig ist, aber nicht, warum du ihn überhaupt so gebaut hast — und ob du für andere Textsorten wie Newsletter oder Produktbeschreibungen ohnehin andere Maßstäbe brauchst als für eine Salespage, sagt dir gar keine Software. Diese Frage hat mich näher an die eigentliche Regel gebracht, die ich lernen musste, statt nur Symptome wegzuklicken.

Deshalb habe ich mich irgendwann für Lexosophie entschieden, einen Schreibkurs von Kerstin Schimkus mit neun Monaten Zugang, in dem es nicht ums Abhaken von Regeln geht, sondern darum, warum ich sie überhaupt breche. Ob sich ein längerer Kurs für dich lohnt, hängt stark davon ab, wie oft du dieselben Fehler in Kundentexten wiederholst — bei mir war die Antwort eindeutig ja. Wenn du wissen willst, welches Tool für welche Textart überhaupt Sinn ergibt, schau dir auch meinen Vergleich für Tools für fehlerfreie Website-Texte an.

Hamburger Verständlichkeitsmodell versus Lesbarkeitsindex

Ja und nein.

Das Hamburger Verständlichkeitsmodell schaut auf mehr als nur Satzlänge, aufs große Ganze eines Textes, nicht nur auf einzelne Sätze. Es geht nicht darum, möglichst 'einfach' zu schreiben, sondern strukturiert: Ein empathischer Text darf lange Sätze haben, solange sie eine klare Richtung haben und den Leser nicht im Wald stehen lassen. Ein reiner Score-Wert kann das nicht abbilden, egal wie präzise er Silben zählt, und deshalb bringt dich der Lesbarkeitsindex allein bei Coaching-Texten nur bis zu einem gewissen Punkt.

Prüf die Sinnabschnitte, nicht nur die Satzlänge

Die Regel, die bei mir seitdem hängen geblieben ist: Ich prüfe nicht mehr, ob ein Satz unter zwanzig Wörtern bleibt, sondern ob er nach spätestens einem Gedanken eine Pause anbietet. Ein Satz mit 35 Wörtern kann glasklar sein, wenn er einen einzigen Gedanken zu Ende führt. Ein Satz mit zwölf Wörtern kann trotzdem verwirren, wenn er zwei Ideen zusammenpresst, die nichts miteinander zu tun haben. Bei einer Salespage entscheidet genau dieser Punkt oft darüber, ob ein Angebot klar wirkt oder schwammig. Verkaufstexte brauchen diese Art von Klarheit noch dringender als ein Blogartikel.

Thomas, einer meiner Langzeitkunden mit einem Online-Shop für Outdoor-Ausrüstung, kennt kein einziges grammatisches Fachwort, aber wenn irgendwo in seinen Texten ein Satz falsch klingt, meldet er sich noch am selben Tag, ganz ohne dass er benennen könnte, warum. Diese Angst vor dem nächsten Konjunktiv-II-Fehler, die viele Texterinnen kennen, saß bei mir jahrelang tief: Mittlerweile tippe ich einen Konjunktiv-II-Satz, ohne innerlich abzubremsen und im Kopf nach der richtigen Form zu suchen. Der kommt inzwischen einfach heraus, auch unter Zeitdruck. Ein reines Grammatik-Tool hätte mir das nie beigebracht, weil es Fehler markiert, aber kein Gefühl für Sprache vermittelt; wer selbst einschätzen will, wo diese Grenze verläuft, wirft am besten einen Blick auf die beste Software zum Grammatik korrigieren.

Vor Lexosophie hatte ich schon einen Onlinekurs zum Thema Storytelling gekauft, motiviert und voller guter Vorsätze. Am Ende sind gut drei Viertel der Videos ungeschaut liegengeblieben, weil der Kurs mein eigentliches Problem nie traf. Manchmal drucke ich kritische Passagen aus und lese sie in der Stadtbibliothek Köln am Josef-Haubrich-Hof laut, einfach weil dort niemand mein Kleinkind alle paar Minuten ruft und ich den Satz wirklich hören kann, statt ihn nur zu überfliegen.

Mein Werkzeug-Mix für den Alltag am Küchentisch

Für empathische Coaching-Inhalte fahre ich inzwischen zweigleisig: Die WORTLIGA Textanalyse läuft bei mir für den schnellen Check auf Phrasen und ausufernde Sätze, quasi als erster Filter. Für das tiefere Handwerk — Sätze zu schreiben, die nicht nur einen niedrigen Score haben, sondern wirklich bewegen — war Lexosophie die Investition, die sich für mich gelohnt hat, gerade weil die neun Monate Zugang genug Zeit lassen, um alte Fehler wirklich abzulegen und nicht nur kurzfristig zu kaschieren.

Unterbrochen wird mein Schreibtag trotzdem weiterhin gefühlt alle elf Minuten, weil ein Kleinkind eigene Vorstellungen von Deadlines hat. Was sich verändert hat, ist die Reihenfolge der Fragen, die ich mir beim Überarbeiten stelle: nicht mehr 'Ist der Score niedrig genug', sondern 'Trägt jeder Satz einen klaren Gedanken zu Ende'. Der Lesbarkeitsindex bleibt dabei ein nützlicher erster Blick, nur eben nicht die letzte Instanz, die entscheidet, ob ein Coaching-Text beim Lesen wirkt wie ein Gespräch oder wie ein Formular.

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