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Schreibsoftware für Texter: Worauf Freelancer beim Kauf wirklich achten sollten

Schreibsoftware für Texter im Vergleich – worauf Freelancer beim Kauf für Verkaufstexte und Newsletter wirklich achten sollten

Ein Rechtschreibprogramm merkt, wenn ich „seid" mit „seit" verwechsle. Ob ein Text als Verkaufsseite trägt oder als Newsletter an eine Handvoll Patientinnen taugt, merkt es nicht – und genau an diesem Unterschied entscheidet sich, welche Schreibsoftware für Freelancer wirklich etwas bringt.

Vor ein paar Wochen habe ich die Landingpage eines Kunden noch einmal durchgesehen, kurz bevor sie live ging – und bin über einen Fehler gestolpert, den ich früher, mitten in einer vollen Woche mit zu vielen Deadlines, einfach übersehen hätte. Kein Drama, kein Kommentar vom Kunden, nur ein Moment, in dem mir auffiel, wie sehr sich mein Blick für solche Sachen verschoben hat. Als freie Copywriterin zwischen Verkaufsseiten, Blogartikeln und Newslettern für kleine Unternehmen im deutschsprachigen Raum ist genau das mein Beruf: deutsche Grammatik so im Griff zu haben, dass die Textqualität nicht von meiner Tagesform abhängt.

Textsorten als blinder Fleck bei der Tool-Wahl

Eine Verkaufsseite darf ruhig mal eine Regel brechen, wenn der Satz dadurch mehr Drive bekommt und der Leser am Ende klickt. Ein Newsletter an Patientinnen und Patienten braucht das Gegenteil: Ruhe, Präzision, und vor allem keine Formulierung, die unbeabsichtigt Druck macht. Die meisten Schreibtools behandeln beides gleich – sie prüfen Rechtschreibung und Grammatik, unabhängig davon, für wen und wofür der Text gedacht ist. Genau das ist der Punkt, an dem viele Freelancer beim Kauf danebengreifen: Sie fragen, ob ein Tool Fehler findet, statt zu fragen, ob es die Anforderungen der jeweiligen Textsorte überhaupt kennt.

Für Silke Hartmann-Breuß, eine Stammkundin, die als Psychotherapeutin jeden Monat einen Newsletter an ihre Patientinnen und Patienten schickt, sieht dieser Unterschied sehr konkret aus. Sie hat ein feines Gespür dafür, wenn eine Formulierung unbeabsichtigt Druck aufbaut, und weist mich manchmal auf eine Nuance hin, bevor ich sie selbst bemerke, zum Beispiel, wenn ein Satz, der in einer Werbeanzeige perfekt funktionieren würde, in ihrem Kontext plötzlich wie eine Aufforderung klingt. Bei ihren Texten geht es weniger um Konversion und mehr um Vertrauen, und kein Tool der Welt kann mir abnehmen, diesen Unterschied selbst zu erkennen.

Meine Kollegin Veronika Stein-Wulf hat zu praktisch jedem Schreibtool auf dem Markt eine Meinung, und sie teilt sie, ohne dass ich sie danach frage – bei diesem Punkt sieht sie es aber genauso wie ich. Ob ein Text am Ende verständlich bei den Leserinnen und Lesern ankommt, ist nochmal eine eigene Baustelle, die hier nur am Rand mitschwingt. Bei einem Verkaufstext geht es im Kern um Klarheit unter Zeitdruck, aber wie man die im Detail hinbekommt, ist ein eigenes Thema für sich.

Laptop-Bildschirm mit Korrekturmarkierungen in einem deutschen Text – Schreibsoftware für Texter beim Prüfen von Verkaufstexten und Newslettern.

Warum reicht eine gute Rechtschreibprüfung nicht?

Rechtschreibprüfungen finden zuverlässig, wenn ich „dass" und „das" verwechsle. Aber irgendwo hat jede Grammatikprüfung eine Grenze, ab der sie nur noch rät statt wirklich zu verstehen, und wo genau diese Grenze liegt, ist nochmal ein eigenes Kapitel. Meine eigene Unsicherheit beim Konjunktiv II begleitet mich, seit ich professionell schreibe, und auch das ist eine längere Geschichte, die ich hier nicht komplett erzähle.

Karteikarten haben bei mir nie funktioniert

Einmal habe ich mir die wichtigsten Konjunktiv-Regeln auf Karteikarten geschrieben, ordentlich sortiert, mit dem festen Vorsatz, sie jeden Morgen vor dem Schreiben durchzugehen. Nach einer Woche hätte ich beim besten Willen nicht mehr sagen können, was auf der Hälfte der Karten überhaupt stand, und angesehen habe ich sie seitdem nicht wieder. Auswendiglernen funktioniert bei mir offenbar nur, solange eine Deadline direkt danach kommt, und selbst dann nur für den einen Satz, um den es gerade geht.

Nach Stunden im selben Winkel vor demselben Absatz zieht es im Nacken, als hätte sich dort ein kleiner Knoten festgesetzt. Wenn das passiert, drehe ich lieber eine kurze Runde durchs Belgische Viertel, statt mich mit noch mehr Karteikarten zu quälen; der Kopf klärt sich draußen schneller als am Bildschirm.

Was hat sich in Woche sieben verändert?

Um die siebte Woche herum, mitten in einer Phase mit mehreren Newslettern und einer Landingpage gleichzeitig, fiel mir auf, dass ich seltener zwischen Duden.de und meinem Textfenster hin- und herspringe als noch am Anfang. Nicht, weil ich plötzlich alle Regeln auswendig kann, sondern weil sich ein Gefühl dafür eingeschlichen hat, wo ich nachschauen muss und wo nicht. Diese Verschiebung kam schleichend, nicht als einzelner Aha-Moment an einem bestimmten Tag.

Ein Lesbarkeitsindex kann dabei helfen, grob einzuschätzen, ob ein Text eher leicht oder schwer zu lesen ist, aber auch das ist ein eigenes Kapitel, das ich hier nicht aufmache. Ob sich ein teurer Schreibkurs am Ende auszahlt, ist nochmal eine ganz andere Rechnung, die jede Freelancerin für sich selbst aufmachen muss.

Notizblock mit handschriftlichen Grammatikregeln und einer Brille – Karteikarten-Methode für Konjunktiv-Regeln im Alltag als Texterin.

Die eigene Textsorte in den Schreib-Workflow einbauen

Welche Kriterien am Ende den Ausschlag geben, hängt von mehr ab als nur von der Textsorte, und dazu gibt es einen eigenen Artikel, der tiefer einsteigt. Wenn du wissen willst, welche Software die Feinheiten der deutschen Grammatik wirklich beherrscht, schau dir gerne meinen Artikel über Beste Software zum Grammatik korrigieren für anspruchsvolle Freelance Texte an.

Wie man mit den ständigen Unterbrechungen im Homeoffice – bei mir meldet sich alle halbe Stunde mein Sohn – überhaupt einen verlässlichen Schreibrhythmus hinbekommt, ist nochmal ein eigenes Thema für sich. Getestet habe ich außerdem schon Tools für fehlerfreie Website-Texte, die im Interface hübsch aussahen, aber bei den Feinheiten der deutschen Grammatik einbrachen.

Die eigentliche Kaufentscheidung liegt also nicht bei der Frage, wie viele Fehler ein Tool findet, sondern ob es merkt, dass eine Verkaufsseite andere Regeln braucht als ein Newsletter an Patientinnen oder ein Fachartikel für eine Zielgruppe, die genau hinliest. Bevor ich heute in eine neue Software investiere, teste ich sie an mehreren Textsorten aus meinem echten Alltag – nicht an einem einzelnen Beispieltext aus der Werbung des Anbieters. Das kostet etwas mehr Zeit vor dem Kauf, aber es erspart mir danach viel Frust mit einem Tool, das zwar Rechtschreibfehler findet, aber meine eigentliche Arbeit nicht versteht.

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