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Schreibtools mit Datenschutz: Die beste Software für deutsche Freelance Texter

Schreibtools mit Datenschutz: DSGVO-konforme Software im Alltag einer freelance Texterin

Zwölf Seiten Datenschutzerklärung — und keine einzige klare Antwort darauf, wohin die Texte für eine Berliner Psychotherapeutin am Ende tatsächlich wandern.

Silke Hartmann-Breuß, meine Stammkundin, hatte mir gerade wieder Material für ihren monatlichen Patienten-Newsletter geschickt. Ich tippte die sensiblen Passagen in mein gewohntes Cloud-Tool, stellte zwischendurch den Kaffeebecher ab — kurz und hart auf der Arbeitsfläche, mehr Pause gönnte ich mir nicht — und wurde kalt: Wo landen diese Zeilen eigentlich gerade, und wer außer mir und Silke liest sie mit?

Kunstgeschichte habe ich studiert, keine Rechtswissenschaften und schon gar keine Informatik. Ins Copywriting bin ich über die Rettung einer miserablen "Über-mich"-Seite eines Bekannten gerutscht, und seitdem schreibe ich für Coaches, kleine Online-Shops und eben Kundinnen wie Silke in der ganzen DACH-Region. Den technischen Unterbau meines Freelance-Workflows — also alles, was mit Datenschutz-Copywriting zu tun hat — habe ich lange einfach mitlaufen lassen.

Warum sich eine Texterin um Serverstandorte kümmern sollte

Die Antwort ist unbequem: weil wir andauernd personenbezogene Daten verarbeiten, ohne uns dabei wie Datenschützerinnen zu fühlen. Der Name des Geschäftsführers auf der Über-uns-Seite, eine anonymisierte, aber erkennbare Fallgeschichte in einer B2B-Case-Study, ein ganzer Patienten-Newsletter wie der von Silke — das alles läuft über meinen Laptop, bevor es beim Kunden landet.

Viele der praktischsten Schreibtools kommen aus den USA, und der Datentransfer in Drittstaaten ist seither ein Thema, an dem ich nicht mehr vorbeikomme. Wer für deutsche und österreichische Kunden schreibt, stößt zwangsläufig auf die Datenschutz-Grundverordnung, ganz ohne Jurastudium, aber mit dem Anspruch, wenigstens einigermaßen DSGVO-konform zu arbeiten. In die einzelnen Paragrafen habe ich mich nie vertieft, aber eine Frage habe ich mir zur Gewohnheit gemacht: Bietet der Anbieter überhaupt einen Auftragsverarbeitungsvertrag an, oder ist Datenschutz bei ihm bloß eine Unterseite im Footer?

Welche Kriterien generell ein gutes deutsches Schreibtool ausmachen, ist nochmal eine andere Debatte — mir ging es an diesem Punkt ausschließlich um die Frage, wessen Server meine Sätze zwischenspeichern.

Datenschutzerklärung eines Schreibtools auf dem Bildschirm mit handschriftlichen DSGVO-Notizen einer Texterin

Der Journalismus-Kurs, der am eigentlichen Problem vorbeiging

Meine Unsicherheit beim Schreiben ist kein Geheimnis, jedenfalls nicht für Leute, die mit mir arbeiten. Nach einem Konjunktiv-II-Fehler, auf den mich eine Kundin einmal hinwies, habe ich mich für einen Journalismus-Schreibkurs angemeldet — in der Annahme, saubere Grammatik sei saubere Grammatik, egal ob für eine Nachrichtenmeldung oder eine Landingpage. Das war ein Irrtum. Nachrichtensprache und Verkaufstext folgen komplett unterschiedlichen Regeln, und vom Aufbau einer Reportage hatte ich anschließend mehr Ahnung als vom Aufbau eines Call-to-Action.

Ob sich ein Kurs am Ende auszahlt, hängt offensichtlich weniger vom Preis ab als davon, ob er überhaupt für die eigene Textsorte gedacht ist — eine Lektion, die mich diesen Umweg gekostet hat. Auch eine gute Grammatikprüfung für hochwertige Webtexte hätte an der Stelle nichts gebracht, denn mein Problem war nicht die Grammatik, sondern die komplett falsche Textsorte.

Veronika Stein-Wulf, eine Kollegin und Content-Strategin, mit der ich mich ab und zu an der Deutzer Werft auf einen Kaffee treffe, hätte mir das vermutlich vorher sagen können. Sie hat zu praktisch jedem Tool, das Texterinnen heute benutzen, eine klare Meinung — gefragt oder nicht. Diese Angst, beim nächsten Konjunktiv wieder danebenzuliegen, kannte sie aus eigener Erfahrung gut genug, um mir nicht einfach nur zuzustimmen.

Andere Maßstäbe für ein DSGVO-konformes Schreibtool

Serverstandort in Deutschland oder zumindest in der EU steht seitdem ganz oben auf meiner Liste, einfach weil es mir stundenlange Diskussionen mit den Datenschutzbeauftragten meiner Kunden erspart. Direkt danach kommt die Frage nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag: Bietet ein Anbieter das Dokument von sich aus an, ist das ein gutes Zeichen. Muss ich danach betteln, lasse ich lieber die Finger von Kundentexten in diesem Tool.

Ob meine Texte ungefragt zum Training der nächsten KI-Generation verwendet werden, lässt sich bei den meisten Anbietern in den Einstellungen abschalten, aber eben nicht bei allen, und ich habe gelernt, danach zu suchen, statt es einfach anzunehmen. Am sichersten sind für mich inzwischen Tools, die auch offline oder zumindest ohne permanente Cloud-Verbindung funktionieren, gerade wenn Silkes Newsletter oder eine andere heikle Fallgeschichte auf dem Bildschirm steht.

Was in keinem offiziellen Ratgeber steht, mir beim Testen aber sofort auffiel: zu viel KI-gestützte Prüfung schadet dem eigenen Stil. Grammatikprüfungen haben ihre Grenzen — sie erkennen einen Fehler, aber nicht, ob ein Satz nach mir klingt oder nach jedem x-beliebigen Text-Tool. Besonders bei den leicht ironischen Tönen, die ich für Coaches schreibe, wollte ein Tool ständig glätten, bis der Text staubtrocken war; ich nutze solche Programme inzwischen nur noch als Netz für die Grammatik, nicht als Instanz für den Rhythmus.

Vergleich zwischen individuellem Schreibstil und gleichförmiger KI-Textoptimierung bei deutschen Schreibtools

Bei der WORTLIGA Textanalyse für Solo-Texter geht es mir vor allem um Verständlichkeit, nicht um einen möglichst niedrigen Lesbarkeitsindex um seiner selbst willen. Mit Datenschutz hat das erstmal nichts zu tun, aber für mich gehört beides zum gleichen Qualitätsanspruch.

Am Feedback der Kunden zeigte sich die Veränderung

Um die zwölfte Woche herum, nachdem ich mein Werkzeug-Setup umgestellt hatte, kam Silkes Antwort auf einen Newsletter-Entwurf zurück, und darin ging es ausschließlich um den Ton gegenüber ihren Patientinnen — kein einziges Wort zu einem Komma, keine Korrektur an einer Verbform, nichts. Das war neu.

Silke selbst hat ein feines Gespür dafür, wo eine Formulierung ungewollt Druck aufbaut. Sie strich mir in derselben Mail einen Satz, der Patientinnen unbewusst zur Eile gedrängt hätte, und ließ die Grammatik komplett in Ruhe.

Klarheit in einem Verkaufstext ist nochmal ein eigenes Handwerk, das ich hier nicht aufdröseln will, aber die Grundlage dafür — ruhig und ohne Angst vor dem nächsten Fehler schreiben zu können — hat sich in dieser Zeit spürbar verändert. Unterbrochen wurde diese Routine trotzdem weiterhin zuverlässig von meinem Kind, das mitten im Satz nach mir ruft, und kein Tool der Welt gleicht das aus.

Den Datenschutz für meine Kundinnen ernst zu nehmen und meine Texte besser zu machen, sind für mich inzwischen keine zwei getrennten Baustellen mehr. Wer anfängt, genau hinzuschauen, wohin ein Satz nach dem Absenden wandert, schaut automatisch auch genauer hin, was in diesem Satz eigentlich steht. Das ist die Lektion, die bei mir hängen geblieben ist — nicht das perfekte Tool, sondern die Gewohnheit, beides zusammenzudenken.

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