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Beste Tools für barrierefreie Sprache: WORTLIGA Textanalyse für Solo-Texter

Barrierefreie Sprache und WORTLIGA Textanalyse im Test — Solo-Texterin überarbeitet einen Kundenentwurf am Laptop

Zwanzig Wörter, mehr darf ein Satz nicht haben, bevor die WORTLIGA Textanalyse ihn rot markiert, und genau an dieser Grenze scheitere ich schon im zweiten Satz eines Entwurfs für Silke Hartmann-Breuß, meine Stammkundin aus Berlin. Sie schickt mir nie ein fertiges Briefing, sondern beschreibt nur, welches Gefühl ihr monatlicher Patienten-Newsletter bei den Leserinnen und Lesern auslösen soll, den Rest muss ich mir selbst zusammenreimen. Genau dabei merke ich, wie eng barrierefreie Sprache und Copywriting-Tools inzwischen zusammenhängen, wenn man als Solo-Texterin für Menschen in sensiblen Situationen schreibt, und warum ich die WORTLIGA seit Monaten regelmäßig teste.

Genau diese Fehlermeldungen haben mich vor Jahren kalt erwischt, als ein Kunde mir einen Konjunktiv-II-Fehler auf einer Sales Page um die Ohren gehauen hat und ich drei Tage lang jeden eigenen Satz misstrauisch beäugt habe. Diese Konjunktiv-II-Angst kennen vermutlich mehr Texterinnen und Texter, als sie zugeben würden, aber bei mir hat sie sich besonders hartnäckig festgesetzt. Also habe ich mir irgendwann Konjunktiv-Regeln auf Karteikarten geschrieben, fein sortiert nach Ausnahmefall — eine Woche später lagen die Karten in der Schublade, und die Regeln waren so gründlich verschwunden, als hätte ich sie nie gelesen. Barrierefreiheit in der Sprache entscheidet am Ende oft, ob eine Leserin bleibt oder genervt wegklickt, und genau hier kam die WORTLIGA Textanalyse in mein Freelancer-Leben, als eine Art Textoptimierung für Solo-Selbstständige, die kein teures Redaktionsteam im Rücken haben.

Barrierefreie Sprache als Werkzeug, nicht als Wohlfühl-Trend

Ein Briefing für einen Online-Shop hat mir das deutlicher gezeigt als jede Theorie: barrierefreie Produktbeschreibungen. Zuerst dachte ich, das heißt einfach kurze Sätze und keine Fremdwörter. Standards wie die BITV 2.0 gelten offiziell nur für öffentliche Stellen, taugen für uns freie Texterinnen aber trotzdem als brauchbarer Nordstern. Mein eigener Stolz war dabei das größere Hindernis, ich wollte zeigen, dass ich schreiben kann, aber ein Text für Kundschaft ist kein Ego-Projekt. Als ich Silkes Entwurf zum ersten Mal durch die Analyse laufen ließ, war fast jeder zweite Satz rot markiert: zu lang, zu passiv, zu viel Nominalstil. Autsch.

Nahaufnahme der WORTLIGA Textanalyse mit roten und gelben Markierungen für barrierefreie Sprache und Lesbarkeit

Was zeigt die WORTLIGA Textanalyse im Alltag eigentlich an?

Kern des Tools ist ein Lesbarkeitsindex, den ich hier nicht im Detail auswälze (das gehört eigentlich in einen anderen Text von mir), aber grob gesagt bricht er jeden Entwurf auf eine nachvollziehbare Zahl herunter. Nützlicher fand ich in der Praxis die Satzlängen-Regel: über zwanzig Wörter, und die Ampel springt auf Rot. Das klingt nach wenig, bis du versuchst, ein komplexes psychologisches Konzept in achtzehn Wörtern unterzubringen.

Wenn du wissen willst, wie man solche Tools gezielt für sensible Inhalte einsetzt, schau dir meinen Text darüber an, wie man die Lesbarkeit von Texten prüfen kann, besonders für empathische Coaching-Inhalte. Grammatikprüfung allein reicht dabei nie: Ein Tool wie Duden erkennt Fehler, aber nicht, ob ein Satz für die Zielgruppe überhaupt zugänglich ist, und genau diese Lücke versucht die WORTLIGA zu schließen.

Zehn Wochen mit der WORTLIGA haben meinen Entwurf-Rhythmus verändert

Der Newsletter-Entwurf für Silke lief in Woche zehn plötzlich einfach durch: kein Innehalten mitten im Satz, kein Wechsel zum Duden-Tab, kein Nachschlagen, ob der Konjunktiv gerade stimmt. Die Analyse orientiert sich unter anderem am Hamburger Verständlichkeitsmodell: Einfachheit, Gliederung, Kürze und ein bisschen zusätzliche Stimulanz, damit ein Text nicht komplett steril wirkt. Meine Kollegin Veronika Stein-Wulf, mit der ich mich regelmäßig über Textfragen austausche, hat mal in einer Sprachnachricht auf den Punkt gebracht, was mir seitdem hilft: Nicht jede rote Markierung ist ein echter Fehler, manche sind einfach Stilfragen. Genau diesen Unterschied zu erkennen hat sich bei mir erst durch Wiederholung eingeschliffen, nicht durch Theorie.

Meine Verkaufstexte für kleine Online-Shops konvertieren spürbar besser, seit ich das Passiv konsequent streiche. Statt "Die Bestellung wird innerhalb von drei Tagen versandt" schreibe ich "Wir schicken deine Bestellung in drei Tagen los." Die WORTLIGA markiert Passivkonstruktionen gelb, und jedes Mal, wenn ich sie in Aktiv umwandle, wirkt der Text lebendiger. Verkaufstext-Klarheit entscheidet dort oft direkt über den Klick, besonders wenn man authentische Über-mich-Seiten in kleinen Online-Shops schreibt, wo Vertrauen alles ist.

Handschriftliche Notizen zu barrierefreier Sprache und Textoptimierung für Solo-Selbstständige neben einem Laptop

Wo zu viel Vereinfachung die Fachautorität kostet

Kurz vor einem Kunden-Launch habe ich vor kurzem etwas bemerkt, das mich stutzig gemacht hat: Wenn ich jeden einzelnen Satz stur nach den Vorgaben der WORTLIGA glätte, verschwindet manchmal die Persönlichkeit der Kundin aus dem Text. Es gibt einen Punkt, an dem ständige Vereinfachung fachlichen Autoritätsverlust fördern kann, wenn eine hochspezialisierte Therapeutin plötzlich klingt wie eine Kinderbuchautorin. Dann fühlen sich ihre erfahrenen Patientinnen unterfordert. Ein Wert, der für einen lockeren Blogartikel taugt, passt selten zu einem Fachpublikum: Textsorte und Zielgruppe entscheiden am Ende mehr als jede einzelne Kennzahl.

Ich nutze das Tool inzwischen als Co-Pilotin, nicht als Chefin. Es zeigt mir, wo ich aus Bequemlichkeit geschwafelt habe, aber die Entscheidung, ob ein Fachbegriff bleiben darf, treffe ich selbst.

Mein Workflow für barrierefreie Texte am Küchentisch

Nach acht Jahren als Freelance-Texterin schreibe ich den ersten Entwurf mittlerweile komplett frei, ohne auf Regeln zu achten: meinen "Vomit Draft". Erst im zweiten Schritt kopiere ich alles in die WORTLIGA Textanalyse, und das gibt mir eine Sicherheit, die mir lange gefehlt hat. Nicht jeder bezahlte Kurs, den ich in den letzten Jahren ausprobiert habe, hat sich für meine eigentliche Arbeit gelohnt, manche haben sich nur beschäftigt angefühlt, ohne das Kundenfeedback merklich zu verbessern. Mit einem Kleinkind, das alle zwanzig Minuten irgendetwas Dringendes braucht, ist jede feste Schreibroutine sowieso eher Wunschdenken als Realität, und ein Tool, das objektive Metriken statt gutem Gefühl liefert, hilft mir gerade deshalb mehr als jeder Zeitplan.

Für Solo-Texterinnen ist barrierefreie Sprache am Ende kein Regelwerk, das man stur abarbeitet, sondern ein Werkzeug, das man bewusst gegen die eigene Bequemlichkeit einsetzt und genauso bewusst wieder beiseitelegt, wenn die Zielgruppe mehr Tiefe verträgt, als eine App vorschlägt. Die WORTLIGA zeigt mir zuverlässig, wo ich es mir zu leicht gemacht habe. Den Rest entscheide ich, Satz für Satz, immer noch selbst.

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