
Wie entscheidest du in drei Sekunden, ob ein Satz mit Sternchen, Doppelpunkt oder einfach neutral formuliert werden soll – und was machst du, wenn keine der drei Varianten nach echtem Text klingt? Diese Frage stellen mir andere Freelance-Texter:innen ständig, meistens mitten in einem Kundenbriefing, bei dem inklusives Schreiben plötzlich zur Pflicht wird. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Was es gibt, sind ein paar Schreibtools und Gender-Tools, die mir im Copywriting-Alltag wirklich weiterhelfen, und mindestens eines, das ich nach kurzer Zeit wieder gelöscht habe.
Kurz zur Transparenz, bevor es weitergeht: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber buchst, bekomme ich eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich schreibe hier ausschließlich über Tools, die wirklich in meinen Kundenprojekten liefen – keine Empfehlung vom Hörensagen.
Die richtigen Schreibtools für inklusives Schreiben
Bei inklusiver Sprache prüfen die meisten Tools nur, ob ein Sternchen oder ein Doppelpunkt im Wort steckt. Das reicht nicht. Der Rat für deutsche Rechtschreibung besteht aus 41 Mitgliedern und hat Sonderzeichen wie das Sternchen bis heute nicht ins amtliche Regelwerk aufgenommen – für uns Freelancer heißt das: Wir entscheiden bei jedem einzelnen Kundentext selbst.
Getestet habe ich einiges. Die Gratis-Version von LanguageTool zum Beispiel habe ich ausprobiert und irgendwann frustriert wieder aufgegeben – sie markiert zwar Rechtschreibfehler zuverlässig, aber bei Genderformen und stilistischen Fragen bleibt sie stumm, und genau da brauche ich am meisten Unterstützung.
Mein Kriterium seitdem: Ein Tool muss mir nicht nur zeigen, wo ein Satz holprig wird, sondern auch einen Vorschlag liefern, der nicht nach Behördendeutsch klingt. Prüft es nur ab, ohne Alternativen anzubieten, fliegt es bei mir schnell wieder raus.

WORTLIGA im Alltag: Mehr als nur ein Sternchen-Zähler
Die WORTLIGA Textanalyse ist seit 12 Jahren am Markt und eigentlich als Wachhund für zu lange Sätze bekannt.
Inklusives Schreiben kann sie trotzdem – und zwar besser, als ich erwartet hatte.
Sie basiert auf dem Hamburger Verständlichkeitsmodell. Sobald ich beim Gendern zu krampfhaft werde und meine Sätze zu bürokratischen Schachtelmonstern mutieren, schlägt das Tool Alarm und schlägt Partizipialformen oder neutrale Begriffe vor, statt mich mit einer Sternchen-Wüste allein zu lassen. Wie ein Lesbarkeitsindex diese Warnungen im Detail berechnet, erkläre ich an anderer Stelle ausführlicher.
Textverständlichkeit ist dabei noch mal ein eigenes Thema, besonders wenn du zwischen Fachtext für B2B-Kunden und lockerem Blogartikel wechselst – das würde hier aber zu weit führen.
Es ist später Nachmittag, die Sonne steht schon schräg, ein Lichtstreifen wandert langsam über die Tastatur, während ich den dritten Formulierungsvorschlag des Tools verwerfe, weil er zu sperrig klingt. Wer sich fürs Thema barrierefreie Sprache im Detail interessiert, findet hier mehr dazu: Beste Tools für barrierefreie Sprache: WORTLIGA Textanalyse für Solo-Texter. Es geht dabei um mehr als Sternchen – es geht darum, dass alle verstehen, was du schreibst.

Der Schreibkurs lexosophie und sein Nutzen
Ein Prüf-Tool zeigt dir, wo ein Satz hakt. Es erklärt dir aber selten, warum sich eine Genderformulierung überhaupt falsch anfühlt – und genau da setzt lexosophie an, der Schreibkurs von Kerstin Schimkus.
Du bekommst 9 Monate Zugang, was für den Alltag zwischen Kita-Abholung und Deadline-Chaos praktisch ist, weil du in kleinen Häppchen lernen kannst statt an einem Stück. Der Kurs ist kein trockenes Grammatikseminar, eher wie eine erfahrene Kollegin, die dir erklärt, wie Texte aus einem Guss klingen, auch wenn sie gegendert sind.
Wer die klassische Angst vor Konjunktiv-Fehlern in Kundentexten kennt, findet dort die theoretische Basis, die mir als Quereinsteigerin lange gefehlt hat. Ob sich die Investition für dein Kundenportfolio auszahlt, ist eine andere Rechnung, die ich an anderer Stelle im Detail aufmache. Klar ist nur: Ein reines Prüf-Tool wie Duden.de allein reicht für diese Tiefe nicht, dafür bräuchtest du eher ein System, das dir Regeln von Grund auf erklärt.
Einen direkten Vergleich zur klassischen Rechtschreibprüfung findest du hier, falls dich das im Detail interessiert: Lexosophie im Vergleich zu Word: Beste Grammatikprüfung für hochwertige Webtexte.

Datenschutz und Kundendaten: Der Kompromiss, den niemand gern eingeht
Ein Punkt, den viele bei der Tool-Wahl übersehen, ist der Datenschutz. Browserbasierte Assistenten wie die WORTLIGA Textanalyse bieten eine User Experience, die kaum zu schlagen ist – alles läuft in Echtzeit, die Integration ist nahtlos.
Genau da liegt aber auch das Aber: Sobald du für sensible Kunden wie Therapeut:innen oder im B2B-Bereich schreibst, solltest du dir des Datenschutzaufwands bewusst sein, bevor du einen Kundentext durch ein Cloud-Tool jagst. Lokal installierte Lösungen oder rein manuelle Prüfung bieten mehr Datensicherheit, bremsen den Workflow aber spürbar aus.
Welche Textsorte du gerade bearbeitest, entscheidet für mich mit, wie viel Automatisierung überhaupt vertretbar ist – ein öffentlicher Blogartikel verträgt mehr als ein vertrauliches Beratungsgespräch in Textform. Nach welchen Kriterien du dein eigenes Schreibtool-Set zusammenstellst, ist am Ende eine sehr persönliche Entscheidung, die ich an anderer Stelle systematischer aufgeschlüsselt habe.
Für mich hat sich eine einfache Faustregel bewährt: Schnelles Daily Business und öffentliche Texte laufen über die WORTLIGA, alles mit sensiblen Kundendaten bearbeite ich offline mit den Regeln, die ich mir über die Zeit angeeignet habe.

Schreibblockaden lösen, wenn das Gendern den Textfluss blockiert
Neulich habe ich die Landingpage eines Kunden kurz vor dem Go-live noch einmal quergelesen und bin über einen Fehler gestolpert, den ich früher glatt überlesen hätte – eine Genusform, die im dritten Absatz plötzlich kippte.
Meine Freundin, die sonntags im Aerial-Yoga in der Kletterhalle hängt, um den Kopf freizubekommen, erzählt mir das immer, wenn wir uns auf dem Wochenmarkt am Chlodwigplatz treffen: Sie versteht nicht, wie ich mich freiwillig mit Konjunktiv-Formen beschäftige. Ich verstehe umgekehrt nicht, wie man kopfüber in einem Tuch hängt, also sind wir quitt.
Unterbrechungen in der Schreibroutine – ein Kleinkind, das gerade dann wach wird, wenn der Satz fast steht – sind ein eigenes Kapitel für sich, das ich woanders ausführlicher behandle. Für den Moment reicht die Erkenntnis: Wenn ein Gender-Satz nach der dritten Umformulierung immer noch klemmt, hilft meistens nicht mehr Nachdenken, sondern eine Pause und ein Tool, das beim Wiedereinstieg zeigt, wo genau es hakt.
So wähle ich zwischen WORTLIGA und lexosophie
Für Verkaufstexte gilt eine härtere Regel als für Blogartikel: Klarheit schlägt Kreativität, und ein gegenderter Satz, der zweimal gelesen werden muss, kostet dich auf einer Landingpage bares Geschäft. Wie du diese Klarheit systematisch prüfst, ist wieder ein eigenes Thema, das ich andernorts vertiefe.
Kein Tool macht dich automatisch zu einer besseren Texterin, aber ein gutes Tool gibt dir das Sicherheitsnetz, das mutigere Formulierungen erst möglich macht. Wenn du dich beim Gendern sicherer fühlen willst, ohne bei jedem Sternchen ins Grübeln zu kommen, probier die WORTLIGA Textanalyse einfach mal aus.
Am Ende schreiben wir für Menschen, nicht für Algorithmen oder für 41 Ratsmitglieder in einem Gremium. Und wenn ein Text fließt und die Botschaft ankommt, inklusiv und ohne Stolperstellen, dann hat sich die Suche nach dem richtigen Tool gelohnt.